Bahn zum Berg People: Im
Gespräch mit Veronika Schöll
Vor kurzem habe ich Veronika Schöll vor das virtuelle Mikrofon gebeten. Mich hat ihr Zugang zum Thema Öffi-Bergtouren interessiert. Im folgenden Interview beantwortet meine „Bahn zum Berg“-Mitgründerin meine Fragen. Viel Spaß beim Lesen!
Ich beziehe mentale und körperliche Stärke aus Berg- und Naturerlebnissen, um meinen Alltag zu meistern. Abgesehen von meinem starken Mitteilungsbedürfnis zu bestimmten Themen ist es mir daher ein großes Anliegen, Menschen zu motivieren, sich draußen zu bewegen. Zu zeigen, dass das auch ganz ohne Auto, klima- und umweltfreundlich geht, ist die starke Triebfeder, über meine Touren auf Bahn zum Berg zu berichten.
Ich bin neugierig und ein optisch-visueller Lerntyp. Diese Mischung erzeugt in mir den Drang, beim Anblick eines schönen Bildes mit Bergbezug sofort herausfinden zu wollen, welche Wege da hinführen und welche Haltestellen sich in der Nähe befinden.
Nicht zufällig verbringe ich deshalb (manchmal zu viel) Zeit vor dem Bildschirm und in den sozialen Medien, auf der Suche nach visuellen Reizen. Ich glaube, meine Bilderwahl spiegelt wider, was ich mir für mich selber wünsche. Vieles davon schenke ich mir dann einfach. Dazu gehört dann auch das Schreiben über meine Erlebnisse.
Kurz: Ich liebs!
Lang: Die Idee Bahn zum Berg ist einfach großartig und es steckt da noch so viel mehr drin. Das Potential ist riesig. Nebenbei bemerkt trägt die Art, wie wir alle den Verein gemeinsam gestalten auch zu meinem persönlichen inneren Wachstum, zur Erweiterung meines Horizonts und zum Lernen neuer Soft und Hard Skills bei.
Im Gegensatz zu meinen bisherigen Lebenswelten, in denen ich als Alleinerzieherin zweier Söhne und als Alleinunternehmerin, Verantwortung und Entscheidungen immer alleine und oft schwer getragen habe und noch immer tue, geht es bei BzB vor allem darum, anderen zu begegnen und zu zuhören.
Um dann gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Etwas fast Neues für mich.
Und wo bitte kannst du an der Entstehung einer so großen Sache mitwirken? Bücher mit gestalten? Bloggen? Deinen Klimahandabdruck vergrößern?
Allgemeine Annahmen, Mainstream und beengte Bürgerlichkeit wecken bei mir Widerstand. Etwas anders machen zu wollen, als die meisten anderen, zur Gruppe der frühen Entdecker:innen zu gehören ist ein Teil meines Lebensprogramms. Avantgarde zieht mich seit meiner Jugend magisch an. Manches ist dem Leben in einer Solidargemeinschaft durchaus hinderlich und hat sich im Laufe der Zeit abgeschliffen oder adaptiert. Etwas zu tun, wovon die meisten anderen sagen, dass es nicht geht, ist aber immer noch mein Lebensprinzip.
Haha und das ist ja auch bei Bahn zum Berg so. Vorleben, Beweise auf den Tisch.
Das war jetzt weit ausgeholt um deine Frage zu beantworten.
Was mich auch immer wieder bewegt, sind Blicke, ein Lächeln, ein herzlicher Gruß, ein kurzes Gespräch im Bus oder Zug, von oder mit Menschen, die ich gar nicht kenne.
Das reicht, um zu wissen: Hier bin ich richtig, wir verstehen uns, wir gehen ein Stück des Wegs gemeinsam, in diesem Moment sind wir uns ähnlich.
Es gibt sehr emotionale Begegnungen mit Bergen und Landschaften. Momentaufnahmen, die mich durch ihre für mich perfekte Schönheit zu Tränen rühren können.
Der Blick ins Gipfelmeer der Wölzer Tauern auf meiner Tour aufs Stein am Mandl, die Silhouette der Lienzer Dolomiten, die Zugfahrt durchs Gesäuse während des Sonnenuntergangs, eine besonders gute Kasspressknödelsuppe mit traumhaftem Ausblick auf der Ennstaler Hütte oder eine Kammwanderung hoch über Bad Gastein.
Aber auch das sanfte Licht im Weinviertel, der nächtliche Stadtblick vom Nussberg auf meine Heimatstadt Wien oder eine schattige Wanderung im Wiener Wald berühren meine Seele.
Und das alles mit Öffis – so schützen wir, was wir lieben!
Danke Martin für deine tollen Fragen! Hat Freude bereitet, sie zu beantworten.

