Die ersten Erfahrungen mit dem Klimaticket

Eins für alle – Willkommen in der Moblilität der Zukunft.“ steht auf der Klimaticket Webseite. Weiters: „Das neue Klimaticket Ö bietet wirklich allen etwas – nämlich alles: Alle öffentlichen Verkehrsmittel Österreichs mit einem einzigen Ticket. Einfach und günstig. Ein wertvoller Beitrag für das Klima unseres Planeten.

UPDATE ! Tipp für alle die gerne im Grenzgebiet Österreich Deutschland unterwegs sind – holt euch für diesen Sommer (Juni, Juli, August 2022) das 9-Euro-Ticket für Deutschland 🙂

Für „Bahn zum Berg“ gehören klimafreundliche Mobilität und Naturgenuss einfach zusammen. Das ist auch in unserem Vereinsziel, der Förderung der öffentlichen Anreise zu Outdooraktivitäten, so festgeschrieben. Umso mehr freuen wir uns, dass das Klimaticket Ö am 26. Oktober 2021 gestartet ist. Seither sind nach und nach die Bundesländertickets gefolgt.

Mit Stand Ende Dezember 2021 wurden mehr als 130.000 Klimatickets Ö verkauft (Quelle: APA). Das bedeutet, 2% der Österreicher:innen besitzen ein solches.

Bahn zum Berg und das Klimaticket

Uns interessiert die Motivation für den Kauf und die Erfahrungen, die die Käufer:innen gemacht haben. Deshalb haben wir in der Bahn zum Berg Community eine kleine Umfrage gemacht. Natürlich ist der Prozentsatz an Klimaticket Besitzer:innen hier wesentlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Uns eint ja das „Special Interest“ in der Freizeit öffentlich unterwegs zu sein. Daher ist das Ergebnis nicht auf ganz Österreich umlegbar.

Wie ein roter Faden zieht sich das Gefühl mehr Flexibilität und dadurch mehr Freiheit zu haben, durch unsere Umfrageergebnisse.

Wir haben das Klimaticket von Anfang an, und es ist einfach ein Plus an Freiheit. Egal wo in Österreich einsteigen und aussteigen. Bei der ersten längeren Fahrt von Wien ins Mölltal konnte ich es kaum fassen: Kein Ticket lösen, im Intercity, Regionalzug, Bus einfach dieselbe Karte vorweisen und sich nicht weiter darum kümmern müssen.

Wird noch eine Weile dauern, bis ich mich daran gewöhne.

Petra, Wien

Wir haben auch gefragt, ob das Klimaticket Einfluss auf die Frequenz und die Länge der durchgeführten Fahrten hätte. Das wurde mit einem klaren „Ja“ beantwortet. Hübsche Ausflugs- und Tourenideen wurden genannt. Besonders oft: Alle Landeshauptstädte zu besuchen oder den höchsten Gipfel jedes Bundeslandes zu besteigen.

Meine Frau und ich haben uns sofort das Klimaticket für Österreich gekauft und genießen das stressfreie Fahren, wenn auch Corona-bedingt (noch) eingeschränkt mit Masken etc. Wir unternahmen dadurch gemeinsame Ausflüge in Städte (Klagenfurt, Linz etc.), die wir ohne Klimaticket wahrscheinlich nicht unternommen hätten.

Ich hatte zuvor schon 3 Jahre lang die Österreich-Card, die ich aber nur im ersten Jahr wirklich ausgenutzt hatte. Mit dem Klimaticket (Senior) sollte ich es schaffen, und ich freue mich schon auf zahlreiche ausgedehnte Fahrten.

Meine Erfahrungen sind bisher durchaus gut, angenehm vor allem auch die Busfreifahrt und Öffis in Wien!

Gerold, Niederösterreich

Bemerkenswertes Detail am Rande ist die Gültigkeit des Tickets bis zu den sogenannten Gemeinschaftsbahnhöfen in unseren Nachbarländern. Das betrifft folgende Bahnhöfe: Buchs SG, St. Margrethen, Lindau (Bodensee) Reutin, Passau Hbf, Simbach/Inn, Tarvisio Boscoverde, San Candido/Innichen, Brennero/Brenner, Sopron. So kann mit dem Klimaticket unseren Nachbarländern einen kleine Besuch abstatten. 🙂 Wer weiter fährt, bezahlt erst ab diesen Bahnhöfen.

Meine Eltern leben am Land, Nähe Gmunden und sind schon manchmal mit dem Zug gefahren. Die Salzkammergutbahn fährt ja bei ihnen vorbei. Sie haben sich das Klimaticket gleich zu Beginn gekauft und sind einfach hellauf begeistert. Sie kommen drauf, dass mehr möglich ist, als sie gedacht hatten. Machen Ausflüge, die sie so mit dem Auto nicht gemacht hätten, z.B. auf einen abendlichen Adventspaziergang nach Bad Ischl zu fahren, nach Salzburg und weiter mit dem Bus nach Hellbrunn oder ein Besuch in Wien. Einfach überall einsteigen können, finden sie einfach großartig.

Birgit, Oberösterreich

Auch für Leute, die das Klimaticket beruflich nützen, entsteht eine neue Situation. Denn ein zusätzliches Plus ist die Möglichkeit, am Wochenende das Auto stehen zu lassen, und den Öffis in der Freizeit eine Chance zu geben und mit der Bahn zum Berg zu fahren. 🙂

Da ich fast jede Woche nach Wien fahre, hab ich das Ö-Klimaticket – und hab es wohl schon „herinnen“, wie man sagt (nach 2 Monaten!) Die Herbstferien in Dorfgastein, mit Ausflug nach Bad Hofgastein – Schlossbergbahn war auch mit dem Klimaticket eine erholsame und zusätzliche Freude.

Karl, Salzburg

Wissenschaft und Klimaticket

Was ich besonders interessant finde: Es gibt auch eine wissenschaftliche Begleitforschung zur Nutzung des Klimatickets. Wer mitmachen will, kann sich beim Begleitforschungsteam infas/Triconsult/Motiontag anmelden. Über die App Logbuch Klimaticket können dann die Fahrten registriert werden.

Mehr kann auf der Seite von infas/Triconsult nachgelesen werden.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet das Klimaticket?

Das neue Klimaticket Ö kostet regulär € 1.095 pro Jahr bzw. € 821 pro Jahr für Jugendliche, Senioren und Menschen mit Behinderung. Ratenzahlung ist möglich.

Was kostet das Klimaticket für Familien?

Gegen einen Aufpreis von € 110 pro Jahr, kannst du bis zu 4 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren mitnehmen. Die Kinder müssen in keinem Verwandtschaftsverhältnis zum Erwachsenen stehen. Man kann also auch die Freunde der Kinder mitnehmen. Zusammen wandern macht doch viel mehr Spaß!
Will man den Aufpreis nicht zahlen, bietet die Westbahn die Mitnahme von bis zu 4 Familienkindern um € 1 pro Kind und Fahrt an, wenn ein Elternteil mit dem Klimaticket Ö unterwegs ist.

Kann ich mit dem Klimaticket Ö mein Fahrrad gratis mitnehmen?

Leider nein. An einer gesamtösterreichischen Lösung wird gearbeitet. Bis dahin gelten die Tarife und AGBs der einzelnen Verkehrsverbünde oder der Bundesländer-Klimatickets.

Kann ich meinen Hund mit dem Klimaticket Ö gratis mitnehmen?

Leider nein. An einer gesamtösterreichischen Lösung wird gearbeitet. Bis dahin gelten die Tarife und AGBs der einzelnen Verkehrsverbünde oder der Bundesländer-Klimatickets.

Muss ich trotz Klimaticket reservieren?

Das empfehlen wir – vor allem in Zügen nach Wien und Salzburg an den Wochenenden.
Die ÖBB bietet zusätzlich zur normalen Reservierungsmöglichkeit ein neues System, das sie „Lieblingsplatz-Abo“ nennen und am ehesten als eine Art „Vorverkauf für Sitzplatzreservierungen“ zu bezeichnen ist.
In der Westbahn kann mit dem Klimaticket Ö gratis reserviert werden.

Wo finde ich mehr Infos zum Klimaticket Ö und zu den Bundesländer Tickets?

Genaue Angaben und weiterführende Links gibt es auf der Seite des österreichischen digitalen Amts.

Wo finde ich Wanderungen bei denen ich das Klimaticket nutzen kann?

Für Bergtouren, Wanderungen, Skitouren, Schneeschuhwanderungen, etc. empfehlen wir natürlich unser eigenes Öffi-Tourenportal www.bahn-zum-berg.at. Du gibst deinen „Heimatbahnhof“ an und erhältst dann Tourenvorschläge mit den konkreten An- und Heimreiseinformationen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Fazit

Das Klimaticket ist ein toller Schritt in Richtung Mobilitätswende. Es unterstützt die Idee von „Bahn zum Berg“ sehr gut. Wir hoffen allerdings, dass auch der Ausbau der nötigen Infrastruktur voranschreitet und der öffentliche Freizeit-Verkehr von der Politik endlich wirklich wahrgenommen wird. Auch deshalb gibt es uns. Bewundernde Stimmen aus den Nachbarländern zeigen, dass dieser Weg goldrichtig ist.

Ich hab kein Klimaticket gekauft. Warum nicht? Weil ich nicht in Österreich lebe. Ich bin zwar sehr oft da, aber leider zu selten, als dass sich das Klimaticket für mich lohnen würde. Mein großer Wunsch wäre, dass es ein Klimaticket auch für Bayern, oder zumindest für Oberbayern gäbe – ich wäre der erste Kunde. Ich schaue also voller Anerkennung und mit ein wenig Neid hinüber nach Österreich und hoffe sehr, dass Österreich in diesem Punkt als Vorreiter in Europa voran geht.

Nikolaus, Chiemgau

Veronika Schöll

Naturgenuss und Outdoor Sport verbunden mit klimafreundlicher Mobilität gehören zu Veronikas essentiellen Energietankstellen. Sie ist komplett autoentwöhnt, die umweltschonende Öffi Anreise zu ihren Touren ist für sie normal. Und sie erzählt gerne über ihre Erlebnisse.