Ein etwas anderes Kletter-Guidebook

Um die Planung einer klimafreundlichen Anreise zu den Klettergebieten zu erleichtern, finden Leser:innen im neuen Guidebook „Klimafreundlich Klettern“ von Lena Müller und Deniz Scheerer (Herausgeberin: Zukunftsschmiede Innsbruck) detaillierte Anreisebeschreibungen für 21 Tiroler Klettergebiete, die mit Bus, Bahn, Rad und zu Fuß aus Innsbruck und Umgebung erreicht werden können.

Für die folgende Rezension dieses Online-Buches konnten wir den Tiroler Kletterexperten, Lehrer und Buchautor Ulrich Wörz gewinnen.

Klimafreundlich zum Klettern

Schon der Untertitel erklärt mit klaren Worten das Ziel und zugleich den Inhalt des sehr schön gestalteten „Kletterführers“ von Lena Müller und Deniz Scheerer. „Ein Guidebook zur Anreise mit Bus, Bahn und Rad für Tirol“ steht da zu lesen – und so finden sich im Büchlein direkt eben auch keinerlei Angaben zu den Klettergebieten selbst, schon gar nicht sind darin Topos oder Infos zu den Schwierigkeitsgraden der einzelnen Routen abgedruckt. 

Durch den reinen Focus auf eine Auswahl an interessanten Kletterfelsen, die „öffentlich“ oder mit Radunterstützung und damit möglichst klimaneutral zu erreichen sind, ist diese Guidebook vielmehr eine längst überfällige Anregung und stellt eine sehr sinnvolle Ergänzung zu den am Markt befindlichen Führern zu Sportklettergebieten in Tirol dar. Dazu werden durch den abgedruckten QR-Code sehr wohl die erforderlichen Topo-Infos per Internet zur Verfügung gestellt und das Büchlein kann in diesem Sinne gleich als vollwertiger Führer dienen.

Dabei sind die Gebiete gut gewählt und es werden sowohl für Einsteiger, als auch für leistungsorientierte Kletternde lohnende Ziele vorgestellt. Mit etwas Fantasie und Krafteinsatz lassen sich aus der mittlerweile umfangreichen Führerliteratur zum Sportklettern durch diese Anregung bestimmt noch zahlreiche weitere gute Möglichkeiten herausfiltern.

Gerade der Bergsport und im Besonderen das Klettern können es gut vertragen, wenn das Thema der Klimabelastung bei der Anreise endlich etwas ins Bewusstsein dringt und vielleicht nicht mehr auf jeden Klettermeter am Fels mehr als ein gefahrener Kilometer Autofahrt kommt, wie es bestimmt mitunter bis dato der Fall ist. 

Darüber hinaus kann nun endlich vor anstehender Bus- oder Bahnfahrt ein guter und ausgefüllter Klettertag gemütlich mit mehr als nur einem kleinen Bier beschlossen werden, während man im schlicht und übersichtlich gestalteten Guidebook nach den nächsten Zielen sucht.

Klettern im schweren Wandbereich von Morsbach. Foto: Johannes Ingrisch
Klettern im schweren Wandbereich von Morsbach. Foto: Johannes Ingrisch

Über Lena Müller

Lena Müller stammt aus dem Allgäu und macht derzeit ihren Doktor im Bereich Ökologie auf der Universität Innsbruck. Um ihrer Leidenschaft dem Klettern nachzugehen, verzichtet sie immer wieder auf das Auto, um mit dem Zug die Klettergebiete rund um Innsbruck zu entdecken. 2020 wurde sie die erste deutsche Frau, die eine Tour im Schwierigkeitsgrad E9/10 klettern konnte, diese erreichte sie fast immer mit dem Zug.

Für „Bahn zum Berg“ hat Lena Müller das Klettergebiet Kufstein vorgestellt.

Veronika Schöll

Naturgenuss und Outdoor Sport verbunden mit klimafreundlicher Mobilität gehören zu Veronikas essentiellen Energietankstellen. Sie ist komplett autoentwöhnt, die umweltschonende Öffi Anreise zu ihren Touren ist für sie normal. Und sie erzählt gerne über ihre Erlebnisse.