Mit Bahn und Bus zum Berg Österreich

„Mit Bahn und Bus zum Berg Österreich. Die 75 schönsten Wandertouren.“ von Peter Backé, 1. Auflage erschienen 2023 bei freytag & berndt, 256 Seiten

Nach dem Klassiker „Mit Bahn und Bus in die Wiener Hausberge“ ein weiteres Wanderbuch von Peter Backé, das in keiner Wanderbuchsammlung fehlen darf. Wer das erst genannte Werk kennt, der darf mit hohen Erwartungen an das hier vorgestellte Buch gehen und wird sicher nicht enttäuscht werden: Wo Peter Backé draufsteht, ist Peter Backé drin.

Titelbild, Mit Bah und Bus zum Berg, freytag & berndt

Der Autor versteht es perfekt, sein umfassendes Fachwissen aus den beiden Bereichen Wandern, Bergsteigen und öffentlicher Verkehr in Österreich miteinander zu verknüpfen. Herausgekommen dabei ist ein minutiös recherchiertes Buch. Ich habe mich bereits im Vorfeld sehr auf Peters neues Werk gefreut und halte es gerade in Händen. Das Buch – mit Softcover und in einer angenehmen Größe – hat 256 Seite, auf denen 75 herrliche Gipfeltouren in ganz Österreich beschrieben sind. Beim Durchblättern lachen mir viele bekannte Bergpersönlichkeiten entgegen. Andere, mir unbekannte Ziele versetzten mich in Staunen: „Was – die sind auch mit öffentlicher Anreise machbar?“ denk ich mir und schaue genauer hin.

Inhalt und Tourenbeschreibungen

Nach einem Vorwort des Verlags freytag & berndt blättere ich zum Inhaltsverzeichnis und finde die Touren nach Bundesländern von Ost nach West geordnet und bereits mit den üblichen Farben zur Einschätzung der verschiedenen Schwierigkeitsgrade dargestellt. Eine Übersichtskarte gibt über die geografische Lage der Touren, Allgemeine Hinweise über Auswahl, Planung und die gestellten Anforderungen (nach zwei verschiedenen Schemen) Auskunft.

Danach widmet Peter mit dem Kapitel „Mit Bahn und Bus in die Berge“ der öffentlichen Anreise zum Bergerlebnis großes Augenmerk. Hier kommt sein umfassendes Wissen aus vielen Jahren gelebter Praxis zum Tragen.

Weiterblättern. Die erste im Buch vorgestellte Wanderung führt auf die Wiener Lokalgrößen Leopoldsberg und Kahlenberg, die letzte auf die Hohe Kugel zwischen Millrütte und Ebnit in Vorarlberg. Dazwischen 73 weitere, mit Bahn und Bus erreichbare Bergwanderungen aus allen neun Bundesländern Österreichs.

Jede Tour enthält die üblichen Profildaten, eine Kurzbeschreibung für Ungeduldige und für mich als Centerpiece die Anreisebeschreibung mit Bahn & Bus. Hier entdecke ich ein Novum: ein Fahrplan-Zeitfenster wird angegeben – also die Zeit, die zwischen Austeigen und Einsteigen für die Tour bleibt – das ist sehr hilfreich wenn man öffentlich unterwegs ist. So kann man besser abschätzen ob etwa trödeln, pausieren oder intensivere „Hütten Crawls“ drin sind. Ein weiterer wertvoller Punkt: Ich kann die angegebenen Anforderungen mit denen mir bekannter Touren aus dem Buch vergleichen, für mich ein sehr guter Anhaltspunkt über die Machbarkeit der Tour innerhalb meiner Fähigkeiten.

Neben einer ausführlichen Beschreibung der Wanderung finde ich außerdem Tipps zur Einkehr während oder nach der Wanderung, welches Kartenmaterial passend ist, ob kindertauglich, einen kleinen Kartenausschnitt und ein Höhenprofil. Sehr schöne Fotos runden jedes Kapitel ab. Wer in eines der Tourengebiete tiefer eintauchen möchte, für den stellt der Autor verschiedene Varianten der jeweiligen Bergtour vor.

Blick ins Buch. Foto freytag & berndt
Blick ins Buch. Foto freytag & berndt

Fazit

Absolute Empfehlung für alle Bergbegeisterten, die passionierte Öffi-Benutzer:innen sind, aber auch für die, die es werden oder Österreichs herrliche Bergwelt ab und zu ohne Auto erkunden möchten. Absolut Öffi-Anfängertauglich. Ein kleine, persönliche Anmerkung zum Schluss: Das Buch und ein Klimaticket in Händen, möchte ich sofort zum nächsten Bahnhof und eine schwierige Entscheidung steht an: Wohin zuerst und wie stelle ich es an, in dieser Wandersaison möglichst viele Touren aus Peters Buch kennen zu lernen?

Veronika Schöll

Naturgenuss und Outdoor Sport verbunden mit klimafreundlicher Mobilität gehören zu Veronikas essentiellen Energietankstellen. Sie ist komplett autoentwöhnt, die umweltschonende Öffi Anreise zu ihren Touren ist für sie normal. Und sie erzählt gerne über ihre Erlebnisse.