Leichte Skitouren im wilden Osten

Leichte Skitouren im wilden Osten, Anfängertouren von Wien bis zum Hochschwab, von Thomas Behm Eigenverlag, 1. Auflage (Dezember 2022)

Der Name Thomas Behm bürgt für Qualität. Seine Kletterführer sind zu Standardwerken geworden. Vor einigen Jahren erschien, gemeinsam mit Ko-Autor Robert Gruber, sein erstes Skitourenbuch: „Heimat im Winterkleid – 100 exklusive Skitouren von Wien bis zum Hochschwab“, eine wahre Fundgrube für alle, die gerne abseits (auch) vielbegangener Routen unterwegs sind.   

Seit Dezember 2022 liegt das neueste Werk aus dem Hause Behm vor: „Leichte Skitouren im wilden Osten – Anfängerskitouren von Wien bis zum Hochschwab“. Gleich vorweg: Auch dieses Buch hat das Potenzial zum Klassiker. Behm stellt darin 75 Touren vor; das Spektrum reicht von absoluten Anfängertouren bis hin zu Unternehmungen an der Schwelle zum mittleren Schwierigkeitsbereich.
Bekanntes und weniger Bekanntes ist dabei, und so ergibt sich ein breites Spektrum an Optionen und Möglichkeiten. Die Beschreibung der Touren ist präzis und oft auch unterhaltsam, so dass man das Buch immer wieder gerne in die Hand nimmt, schmökert, plant und gustiert.

Für Öffi-Tourengeher stellt sich, wie bei (fast) allen Skitourenführern, die Gretchenfrage: welche der vorgestellten Touren kann ich auch ohne Auto bzw. ohne Mitfahrgelegenheit machen? Denn bekanntlich sind etliche Tourenausgangspunkte im Osten Österreichs gerade im Winter öffentlich nur schwer oder gar nicht erreichbar. Ein schneller Check zeigt, dass immerhin etwa ein Drittel der Touren, die Thomas Behm in diesem Buch vorstellt, auch mit Bahn- und Busanreise gut durchgeführt werden kann. Unter der Woche sind es noch einige mehr. Kein Vergleich aber mit dem Westen Österreichs, wo die Verkehrsanbindungen deutlich besser sind. Angesichts der Parkplatz-Probleme, die gerade beim Skitourengehen oft besonders augenfällig sind, darf man schon die Frage stellen, ob ein bedarfsorientierter Ausbau des öffentlichen Verkehrs nicht angezeigt wäre. Warum sind zum Beispiel das Preiner Gscheid oder das Niederalpl im Winterhalbjahr, der Bodenbauer oder der Pfaffensattel öffentlich überhaupt nicht erreichbar?

Zurück zum Buch: Fast alle Öffi-kompatiblen Touren, die sich in dem Auswahlführer finden, gehören auch zu meinem Tourenfundus, und ich kann sie uneingeschränkt empfehlen, sofern und sobald die Verhältnisse passen: Seien es Voralpentouren im Bereich der Traisentäler und fast bis nach Mariazell hinein, seien es Unternehmungen im Wechsel-, Schneeberg-, Semmering- und Stuhleck-Gebiet bzw. in der Umgebung von Seewiesen, bis hinauf auf den Hochschwab-Hauptgipfel. Sogar eine meiner selten begangenen Lieblingstouren auf den Hochanger findet sich (als Route 64) in dem Buch. 

Übrigens: Für alle Bergfreunde in Ostösterreich, die gerne in den unteren Schwierigkeitsgraden kraxeln und klettern, gibt es, ebenfalls von Thomas Behm, die perfekte Ergänzung für die wärmeren Jahreszeiten: Das 2021 erschienene Buch „Leichter Fels im wilden Osten“.  

Peter Backé

Peter Backé, geb. 1960, verbringt seit seiner Kindheit einen großen Teil seiner Freizeit in den Bergen. Besonders oft ist er in den Wiener Hausbergen unterwegs, sehr gerne aber auch in den Südalpen. Er ist Autor der Bücher „Mit Bahn und Bus zum Berg - Österreich: Die 75 schönsten Wandertouren“ (Freytag & Berndt), „Mit Bahn und Bus in die Wiener Hausberge“ (Rother Bergverlag) und „Bike&Hike Oberösterreich Steiermark“ (Kral Verlag) sowie zahlreicher Artikel in Alpin-Zeitschriften. Sein Auto hat er 2004 verkauft und fährt seither überwiegend mit den Öffis in die Berge.