Koralmbahn: Tausend neue Möglichkeiten
für Bahn zum Berg?
Bahn zum Berg setzt sich seit 10 Jahren für klimafreundlichen Bergsport ein. Dass dieser längst kein Nischenthema mehr ist, zeigte das Jubiläumsfest des Vereins im September anschaulich. Die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Bahn zum Berg hostet das größte Öffi-Tourenportal im deutschsprachigen Raum und gibt dort wöchentlich Tipps für sorgfältig ausgewählte und von ehrenamtlichen Tourenreporter:innen beschriebene Touren. „Aktuell haben wir bis zu 95.000 Zugriffe pro Monat“, so Vorstandsmitglied und Vereinsmitgründer Martin Heppner.
Enthusiasmus über die Koralmbahn und die schnelle Verbindung Graz-Klagenfurt
Der Fahrplanwechsel im Dezember 2025 bringt nun auch für die klimafreundliche Outdoor-Community große Verbesserungen: „Mit der fertig gestellten Koralmbahn ist man in 42 Minuten von Graz in Klagenfurt und umgekehrt. Das eröffnet uns völlig neue Möglichkeiten, in der Steiermark oder in Kärnten mit den Öffis in die Berge zu fahren“, zeigt sich Vereinsvorsitzende Sarah Pallauf enthusiastisch.
Die steirischen und Kärntner Tourenreporter:innen freuen sich bereits darauf, neue Öffi-Wanderungen im Nachbarbundesland zu erkunden. Schon jetzt können mit der von Bahn zum Berg entwickelten Öffi-Touren Suchmaschine Zuugle ab Klagenfurt knapp 3.000 und ab Graz über 4.000 Öffi-Bergtouren abgerufen werden: 7.000 von beiden Städten problemlos erreichbare Öffi-Bergtouren.
Was bedeutet die Inbetriebnahme der Koralmbahn für die Öffi-Bergsport Community?
Das Team von Bahn zum Berg hat die neuen Fahrpläne, die ab Fahrplanwechsel im Dezember 2025 gültig sein werden, bereits genauer unter die Lupe genommen. So war es naheliegend, die alten mit den neuen Tourenmöglichkeiten zu vergleichen. Eine datenbasierte Analyse des Vereins Bahn zum Berg zeigt Hunderte neuer, öffentlich erreichbarer Touren ab Graz und Klagenfurt.
„Der eigentliche Hebel sind nicht nur die weniger als 45 Minuten zwischen den Landeshauptstädten“, erklärt Dietmar Trummer, Technik-Lead und Datenexperte bei Bahn zum Berg. „Es sind die kaskadierenden Effekte. Weil Hauptverbindungen schneller werden, entstehen im gesamten S-Bahn- und Regionalbus-Netz völlig neue Anschlussketten. Plötzlich sind Touren im Oberen Murtal, in den Gurktaler Alpen oder den Karawanken möglich, die weit abseits der eigentlichen Koralm-Trasse liegen.“
Die vom Verein visualisierten Daten zeigen neue Tourstarts an
Blaue Markierungen zeigen Startpunkte von Touren an, die mit dem alten Fahrplan auch schon erreichbar waren. Grüne Markierungen sind Startpunkte von Touren, die neu dazu kommen, wenn der Fahrplan 2026 in Kraft tritt.
Ab Graz
Ab Klagenfurt
Legende: Blaue Markierungen: Bisher erreichbar. Grüne Markierungen: Neu erreichbar ab Fahrplan 2026
Die Verkehrsverbünde Steiermark und Kärnten sind sich einig: Fantastische neue Freizeitmöglichkeiten!
Mit der Inbetriebnahme des Koralm-Eisenbahntunnels wird nicht nur ein bedeutender Schritt in der regionalen Verkehrsinfrastruktur der Weststeiermark, sondern ein Meilenstein für eine nachhaltig positive Entwicklung im gesamten Bundesland gesetzt. Neben der neuen Koralmbahn, die die Landeshauptstädte Graz und Klagenfurt auf direktem Weg verbindet und die Fahrzeit auf unter 45 Minuten reduziert, werden in fast allen steirischen Verkehrsregionen deutliche Verbesserungen im Angebot von Fernverkehr, S-Bahn und RegioBahn umgesetzt. Einer der Profiteure ist auch der Freizeitverkehr, der viele neue Möglichkeiten für Ausflüge und Wanderungen bietet, so der Verkehrsverbund Steiermark.
- Rückgrat und Taktgeber ist die neue Südstrecke Wien-Bruck/Mur-Graz-Klagenfurt. Zwischen Wien und Graz fahren neu zwei Fernverkehrszüge pro Stunde (mit Lücken am Vormittag bzw. zu Mittag). Von Graz nach Klagenfurt ist man durch den Tunnel unter 45 Minuten unterwegs, von Graz zum Bahnhof Weststeiermark braucht man nur mehr 16 Minuten.
- Im Nahverkehr um Graz wird die S-Bahn verdichtet. Auf der neuen S1, die Mürzzuschlag über Bruck/Mur und Graz bis Leibnitz verbindet, wird im Abschnitt Frohnleiten-Graz-Leibnitz nun ein täglicher Halbstundentakt geboten. Diesen gibt es auch von Graz nach Lieboch. Die S6 Richtung Wies Eibiswald bekommt neu auch am Wochenende einen Stundentakt.
- In die Südsteiermark und weiter nach Maribor bringt dich neu der Interregio Mur-Drau mit Halten u.a. in Leibnitz und Ehrenhausen. Die Fahrzeit zwischen Graz und Maribor beträgt weniger als eine Stunde.
- Der inneralpine Verkehr in der Obersteiermark wird mit der Einführung der neuen Fernverkehrsgattung Interregio komplett neu sortiert. Jede Stunde fährt ein Interregio vom Knoten Bruck/Mur nach Klagenfurt, überlagert mit der S8 kommt man täglich halbstündlich von Wien oder Graz ins Aichfeld! Zur Murtalbahn werden optimale Anschlüsse hergestellt.

Ebenso begeistert zeigt sich der Verkehrsverbund Kärnten: Mit der Eröffnung der Koralmbahn wird der Bahn- und Wanderurlaub in der Region Kärnten und der Steiermark deutlich aufgewertet. Durch die stark verkürzten Fahrzeiten zwischen Graz und Kärnten sowie das deutlich erweiterte Angebot an Direktverbindungen wird es für Wanderinnen und Wanderer einfacher, öffentlichen Verkehr und Naturerlebnis miteinander zu verbinden. Wir sind überzeugt, dass diese Neuerungen besonders für jene Wandernde interessant sein werden, die den öffentlichen Verkehr bewusst einsetzen und die Natur mit nachhaltiger Mobilität kombinieren möchten.
Insbesondere bieten sich folgende Vorteile:
- Komfortablerer Startpunkt: Vom Bahnhof kann in kürzerer Zeit die Wanderstrecke erreicht werden – was die Gesamtanreise deutlich stressärmer macht.
- Größere Auswahl an Routen: Im Rahmen der Maßnahmen zur Mobilität entlang der Bahnverbindung sind neue Angebote wie „Rail & Trail – Wandern mit der Bahn“ angekündigt worden. (mein-klagenfurt.at+1)
- Umweltfreundlicheres Reisen: Die Bahnverbindung bietet eine attraktive Alternative zum Auto – das stärkt den nachhaltigen Tourismus und ermöglicht Wanderungen mit gutem Gewissen. (OTS.at+1)
- Bessere regionale Vernetzung: Auch der Nah- und Regionalverkehr wird entlang der Strecke verstärkt – was Umstiege sowie die Kombination von Bahn + Bus + Wanderweg erleichtert. (kaernten.ORF.at+1)
Dank der Koralmbahn wird nachhaltige Mobilität spürbar einfacher. Wer wandert, kann jetzt bequemer, schneller und umweltfreundlicher starten – direkt mit der Bahn, sagt Reinhard Wallner, Regionalmanager ÖBB Personenverkehr Kärnten.

Wie sieht das Ticketing aus?
Bahn zum Berg hat nachfragt, welche Tickets Kärntner:innen und Steierer:innen zur Verfügung stehen, um die Koralmbahn optimal für Bergtouren nützen zu können?
Wichtige Erkenntnisse
- Im Zuge der Eröffnung der Koralmbahn werden bereits günstigere Sparpreise angeboten – etwa ab € 9,90 für die Strecke Graz-Klagenfurt. Da diese Tickets aber Zugbindung haben, sind sie für Bergtouren, vor allem für die Heimfahrt, aber nur bedingt geeignet.
- Die volle Flexibilität hat man nur mit dem Klimaticket Österreich.
Falls die Strecke größtenteils mit Fern- oder Interregio-Zug genutzt wird (z. B. Kärnten-Steiermark direkt), kann ein Fernverkehrsticket sinnvoll sein. Zusätzlich sollte geprüft werden, ob das jeweilige regionale Klimaticket oder Verbundticket (z. B. innerhalb Kärntens oder der Steiermark) gilt. Für Wanderzwecke, bei denen mehrere Transportmittel (Zug, Bus, S-Bahn) genutzt werden, empfiehlt sich ein kombiniertes Tagesticket oder eine Mobilitätskarte, die auch Rückfahrten und Umstiege abdeckt, sagt Reinhard Wallner, Regionalmanager ÖBB Personenverkehr Kärnten.
Abschließend
Für Bahn zum Berg ein kleiner Wermutstropfen, der Wunsch nach einem länderübergreifenden Tagesticket wie etwa dem Euregio2Plus Tages-Ticket (VVT) oder verschiedene Ticketvarianten im VOR, wurde bis jetzt nicht erfüllt. Hier besteht der dringende Appell an die Politik eine Lösung zu finden.
