AlpinMobil Wien macht
Öffi-Tourenplanung zum Kinderspiel
Die Wiener Alpenvereinssektionen haben mit AlpinMobil Wien ein neues Online-Tool gelauncht, das die Planung von Öffi-Touren erheblich erleichtert.
Wie funktioniert es?
Die Online-Anwendung AlpinMobil Wien zeigt eine interaktive Karte mit allen erreichbaren Öffi-Haltestellen. Farbkodierungen geben Aufschluss über die durchschnittliche Dauer der Anreise ab Wien Hauptbahnhof. Soweit, so gut, aber keine Weltneuheit.


Die herausstechende Funktion der Website wird erst sichtbar, wenn man weiter reinzoomt und auf eine Haltestelle klickt. Es öffnet sich ein Fenster mit einer Grafik zur Öffi-Frequenz am Vormittag und Nachmittag, der Möglichkeit, die Koordinaten zu kopieren und die Haltestelle als Start- oder Endpunkt der Tour zu wählen.
Wählt man eine beliebige Haltestelle als Startpunkt und eine zweite als Endpunkt, erscheint ein weiteres Fenster, in dem man die gewünschte Abfahrtshaltestelle und die geplante Tourdauer eingeben kann. Anhand dieser Informationen werden dann die passenden Öffi-Verbindungen für An- und Abreise berechnet und sogar mehrere Möglichkeiten angezeigt.
Meine Erklärung war vielleicht etwas kompliziert, deshalb empfehle ich, es selbst zu versuchen. Die Benutzeroberfläche ist sehr klar gestaltet und einfach verständlich, die Anwendung ist quasi ein Kinderspiel.
Tipp: Klicke hier für ein Erklärungsvideo auf YouTube mit allen Funktionen.
Verknüpfung mit Alpenvereinaktiv
Ich habe aus Demonstrationszwecken eine Tour geplant, die ich schon lange im Hinterkopf habe: Von Johnsbach über das Gseng und den Peternpfad auf die Planspitze, Abstieg über den Wasserfallweg nach Gstatterboden. Ich hatte den Track bereits in Alpenvereinaktiv gezeichnet und konnte deshalb ein weiteres praktisches Feature verwenden: Es gibt die Möglichkeit, Alpenvereinaktiv -Tourenlinks direkt in AlpinMobil Wien hineinzuladen. Für diese Tour brauche ich geschätzt 8 Stunden von Haltestelle zu Haltestelle, wähle meinen Heimatort und zack – bekomme ich den zugeschnittenen Fahrplan.

Ich sehe, es gibt zwei passende Rückfahrtsverbindungen. Falls ich schneller bin, erreiche ich den früheren Bus, zum späteren habe ich etwas Puffer. Diese Flexibilität gefällt mir, ich bin bereit zur Abfahrt. Traumhaft, wie einfach die Planung von Öffi-Touren geworden ist!
Für wen ist AlpinMobil Wien geeignet?
Grundsätzlich eignet sich die Website für Bergsportler:innen jedes Erfahrungsniveaus, die in Wien und Umgebung zuhause sind. Wenn man erst mit dem Wandern anfängt, würde ich aber primär Literatur oder Tourenberichte zur Planung und Einschätzung der Dauer und Schwierigkeit empfehlen. AlpinMobil Wien ist vor allem für jene perfekt, die schon einige Erfahrung in den Bergen gesammelt haben, sich gerne mit Karten beschäftigen, Touren abseits des Mainstreams suchen, verrückte Überschreitungen mögen und alpine Gefahren einschätzen können. Es wird eindrucksvoll illustriert, was mit Öffis alles möglich ist und soll auch für versierte Bergsteiger:innen als Motivation zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn dienen.
Wer steckt dahinter?
Programmiert wurde das Tool von Zuugle Services, im Auftrag des Landesverbands der Wiener Alpenvereine. Dahinter stecken unsere beiden Bahn-zum-Berg-Vorstandsmitglieder Dietmar Trummer und Martin Heppner. Seit nun über 10 Jahren verwirklichen sie ihre Visionen, um den Öffi-Bergsport voranzutreiben. Nach dem Tourenblog Bahn-zum-Berg und der Öffi-Suchmaschine Zuugle ist AlpinMobil Wien ein weiterer Meilenstein in der Zugänglichkeit von Öffi-Wanderungen. Ich habe mit Martin über die Idee und den Entwicklungsprozess gesprochen:
„Vor über 10 Jahren haben Dietmar Trummer und ich bei vielen Wanderungen immer wieder darüber gesprochen, was wir technisch tun könnten, um uns selbst das Leben leichter zu machen, wenn wir neue Öffi-Wanderungen planen. Wir haben uns vorgestellt, dass das Tool primär aus einer Karte bestehen muss, auf der wir die Gebirgsgruppen sehen können. Zusätzlich muss die Karte die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzeigen: Als farbcodierte Isochronen, ausgehend von unserem Wohnort Wien. Jetzt erst haben wir mit unserer Firma Zuugle Services diese Vision von damals umgesetzt.“
Martin Heppner
Mein persönliches Fazit
Ich bin von dem neuen Planungswerkzeug für Öffi-Touren wirklich begeistert. Der Karten-Nerd in mir geht beim Anblick der unzähligen Möglichkeiten auf und sofort kommen mir neue, verrückte Überschreitungsmöglichkeiten in den Sinn. Ich freue mich, dass die Wiener Alpenvereine dieses Projekt unterstützen und hoffe, dass diese Visualisierung in Zukunft auch für weitere Regionen zur Verfügung gestellt wird.